Ein Loch in der Rigipswand wirkt zunächst ärgerlich, doch mit der richtigen Fülltechnik lässt sich der Schaden auch ohne Profi sauber beheben. Entscheidend ist weniger das Material als die Vorbereitung: Entfernen Sie lose Gipskartonreste und schneiden Sie die Kanten des Lochs mit einem Messer leicht schräg an, sodass eine V-förmige Fuge entsteht. Dies gibt der Spachtelmasse später Halt. Für kleine Löcher bis etwa zur Daumengröße genügt ein einfaches Vorgehen: Tragen Sie mit einem breiten Spachtel Fertigspachtel direkt auf, drücken Sie das Material gut in die Öffnung und ziehen Sie es in einer dünnen Schicht über die Ränder hinaus glatt. Lassen Sie die erste Lage vollständig trocknen, bevor Sie eine zweite, etwas breitere Schicht auftragen. So verhindern Sie Risse durch Schrumpfung. Für größere Löcher, etwa nach einem Türgriff oder einem unglücklichen Sturz, benötigen Sie eine Stützbrücke: Legen Sie ein dünnes Holzstäbchen oder einen stabilen Pappestreifen quer hinter das Loch und schrauben Sie ihn von vorne mit einer Trockenbauschraube fest. Alternativ funktioniert ein Stück Gips, das Sie wie eine Brücke hinter die Öffnung kleben. Danach füllen Sie mit einem Füllspachtel in mehreren dünnen Lagen, wobei Sie jede Schicht erst antrocknen lassen. Bei diesem Schritt zeigt sich, wie lohnend eine geduldige Arbeitsweise ist – das beruhigende Gefühl, beim heimwerken diy selbst eine solide Basis zu schaffen, stellt sich erst mit dem glatten Ergebnis ein.

Nach dem Trocknen der Spachtelmasse beginnt der Feinschliff, der über die unsichtbare Naht entscheidet. Schleifen Sie die Füllung mit einem feinen Schleifpapier (Körnung 180 bis 240) in kreisenden Bewegungen, bis die Oberfläche bündig mit der Wand ist. Wichtig ist, dass Sie dabei nicht zu viel Druck ausüben, sonst schleifen Sie Vertiefungen ins umliegende Gipsmaterial. Kontrollieren Sie mit der flachen Hand, ob Unebenheiten spürbar sind, und gleichen Sie diese mit einer dünnen Feinspachtellage aus. Rund um die reparierte Stelle sollte die Wand nun idealerweise eine leichte Mulde aufweisen, die Sie mit einem breiten Spachtel in einem Zug füllen, wobei Sie den Druck zum Rand hin verringern. Erst wenn diese Schicht getrocknet und erneut geschliffen ist, wird die Stelle grundiert; ein Haftgrund verhindert, dass die spätere Farbe unterschiedlich aufgesogen wird und die Füllung sichtbar bleibt. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert einen glänzenden Fleck auf der gestrichenen Wand. Beim Schleifen empfiehlt sich übrigens eine Staubmaske, weil Gipsstaub fein und reizend ist – ein Aspekt, den viele beim heimwerken diy unterschätzen. renovierung schrittweise die Fläche danach mit einem feuchten Tuch abwischen, haftet der Grundierlack besser und Sie vermeiden, dass aufgewirbelter Staub später kleine Krater in der Farbe verursacht.
Die letzte Phase ist die Oberflächenbehandlung und das optische Angleich an die restliche Wand. Streichen Sie die reparierte Stelle nicht punktuell, sonst sehen Sie später einen hellen oder dunkleren Fleck, je nach Streichrichtung und Farbauftrag. Stattdessen sollten Sie entweder die gesamte Wandfläche neu streichen oder, wenn das nicht gewünscht ist, die Farbe mit einem kleinen Schaumstoffroller weiträumig um die Füllung herum auftragen und dabei die Ränder nass-in-nass verblenden. Ein einfacher Trick ist, mit einem feinen Pinsel zuerst die Kante der Spachtelung zu streichen und dann sofort den Roller darüberzuführen, sodass keine Trocknungslinie entsteht. Bei strukturierten Wänden hilft ein spezieller Strukturspachtel, den Sie mit einem Schwammbrett auftragen und leicht antupfen, um das Rautenmuster nachzuahmen. Wenn Sie nach dem Trocknen der Farbe mit der Hand über die Stelle fahren und sie sich glatt anfühlt, ist die Reparatur gelungen. Mit dieser Technik sparen Sie sich den Anruf beim Handwerker und gewinnen gleichzeitig das Vertrauen, auch zukünftige Kleinigkeiten im Haushalt selbst zu lösen – genau das macht den Reiz des heimwerken diy aus, das mehr mit Sorgfalt als mit teurem Werkzeug zu tun hat. Übrigens: Bei sehr tiefen Löchern über drei Zentimetern sollten Sie das Loch mit einem Stück Rigips unterfüttern, bevor Sie spachteln, statt die Masse in mehreren dicken Schichten aufzutragen, die sonst lange zum Trocknen brauchen und rissanfällig sind.